Förderlotse
ESF+ Bayern 1.3 · Betriebliche Weiterbildung · Stand 26.08.2026
Der Förderlotse zeigt, welche öffentlichen Wege zu den KI-Kursen der Akademie passen — und welche heute noch nicht. Zwei Ebenen, die wir immer trennen:
- A · Institutionell — Zuschüsse oder Kredite für die Akademie selbst. Dafür braucht es eine deutsche gewerbliche Antragstellerin. Die klären wir separat.
- B · Teilnehmerfinanzierung — Wege, über die Arbeitgeber oder Teilnehmende Kurse mitfinanzieren. Was heute belastbar ist: ESF+ Bayern, Förderaktion 1.3, für Inhouse-Gruppen ab fünf Beschäftigten.
Bildungsgutschein und Qualifizierungschancengesetz (QCG) setzen AZAV und — beim QCG — mindestens 120 Unterrichtseinheiten voraus. Beides hat die Akademie derzeit nicht. Deshalb führt dieser Lotse mit dem Weg, der zum heutigen Katalog passt.
KI im Betrieb weiterbilden
Ein bayerisches Unternehmen qualifiziert die eigenen Beschäftigten in KI-Kompetenz als berufliche Anpassungsqualifizierung. granaria.ac führt die Schulung als externer Dienstleister durch. Den Antrag stellt das Unternehmen, nicht die Akademie. Bei Bewilligung trägt der ESF+ 50 Prozent der förderfähigen Dienstleisterkosten.
Für wen das gilt
Antragsberechtigt sind juristische Personen des privaten Rechts mit Sitz und/oder Arbeitsstätte in Bayern. Gefördert werden ausschließlich die eigenen Beschäftigten: Erwerbstätige mit Arbeitsort in Bayern, die beim Antragsteller beschäftigt und im Projekt tatsächlich anwesend sind (Krankheit gilt als entschuldigt). Die erforderlichen Monitoring-Daten müssen vorliegen.
- Natürliche Personen sind nicht antragsberechtigt.
- Einheiten, die de jure oder de facto von derselben Einheit kontrolliert werden, gelten als ein Unternehmen.
- Jedes Projekt muss mit mindestens fünf förderfähigen Teilnehmenden beginnen.
Was gefördert wird
- Fördersatz: 50 % ESF+, 50 % Eigenmittel des Unternehmens
- Förderfähig: nur Kosten externer dritter Dienstleister, die die Qualifizierung durchführen, plus deren Reisekosten bis zu den Sätzen des Bayerischen Reisekostengesetzes
- Nicht ansetzbar: Verwaltungskosten und sonstige interne Kosten
- Art: nicht rückzahlbarer Zuschuss als Anteilfinanzierung; freiwillige Leistung, kein Rechtsanspruch, nur solange Haushaltsmittel verfügbar sind
- Vorrang: gesetzliche Leistungen und andere Programme (Bund, Bundesagentur für Arbeit); Doppelförderung ist unzulässig
- Geltung: Förderhinweise Fassung 01.02.2025, außer Kraft mit Ablauf des 31.12.2027
Kein Pflichtkurs-Label. Nicht förderfähig sind unter anderem gesetzlich vorgeschriebene Weiterbildungen (Beispiel der Hinweise: Ausbildung zum Betriebsersthelfer), EDV-Grundkurse ohne Berufsbezug sowie Projekte, die der Entwicklung, dem Vertrieb oder der Verkaufsförderung eigener Produkte dienen. Art. 4 der EU-KI-VO ist eine organisationsbezogene Kompetenzpflicht, kein benannter Lizenzkurs. Die Formate werden als berufliche Anpassungsqualifizierung für den KI-Einsatz am Arbeitsplatz dargestellt — plus Nachweis für die betriebliche Compliance-Dokumentation. Das Konzept muss die Anpassung an veränderte berufliche Anforderungen begründen, nicht eine gesetzliche Pflichtschulung.
Welche Formate die 20-UE-Schwelle erreichen
Ein Projekt muss mindestens 20 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten aufweisen. Selbstlernphasen ohne betreuende Lehrperson zählen nicht als UE und sind nicht förderfähig. Online und Blended Learning sind zulässig, wenn die unterrichtende Person die Inhalte live und interaktiv vermittelt; vorproduzierte Videos erfüllen das nicht.
Katalogstunden sind Clock-Hours (60 Minuten). Eine Stunde ergibt 1⅓ UE à 45 Minuten. Unter 20 UE ist es kein Projekt.
| Format | Katalog | Unterrichtseinheiten | Für Aktion 1.3 |
|---|---|---|---|
| Pflichtkern allein | 8 h | ≈ 10,7 UE | reicht allein nicht |
| Stufe A · Anwenden | 16 h | ≈ 21,3 UE | erreicht die Schwelle |
| Vorstandsassistenz | ≈ 19 h | ≈ 25,3 UE | erreicht die Schwelle |
| Stufe C · Verantworten | 24 h | 32 UE | erreicht die Schwelle |
| Stufe B · Gestalten | 32 h | ≈ 42,7 UE | erreicht die Schwelle |
Karten und Quiz für Assistenz und Sekretariat (ohne Zertifikat) sind Selbstlernstoff — keine UE, kein ESF+-Projekt. Paketierung: Inhouse, live, mit dokumentierter UE-Liste im Konzept. Stufe A, Vorstandsassistenz (Zertifikat „KI-Kompetenz · Vorstandsbüro souverän“), C und B liegen über 20 UE. Den Pflichtkern nicht allein als Projekt ansetzen.
granaria stellt einen Nachweis für die betriebliche Compliance-Dokumentation aus — kein amtliches Zertifikat. Die Förderhinweise verlangen zusätzlich eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung (Inhalte, Bestandteile, Dauer, ggf. Prüfungen; EU-Logo in gleicher Größe wie andere Logos).
So beantragt das Unternehmen
Das Verfahren läuft zweistufig und ausschließlich digital über die Datenbank ESF Bavaria 2021 (www.esf-bavaria.de). Neu im Portal: Registrierung unter „Projektförderung“. Für die Förderperiode 2021–2027 ist ein eigenes authega-Zertifikat nötig.
- Voranfrage — jederzeit möglich. Konzept nach dem Muster „Aufbau einer Voranfrage“ (höchstens 12 Seiten): Rahmendaten, Zielgruppe, detaillierte UE-Aufschlüsselung, Notwendigkeit der Förderung, Kosten nur für den externen Dienstleister.
- Nach Prüfung und Annahme der Voranfrage: Antrag. Beizufügen unter anderem Vergabeunterlagen, eine Muster-Teilnahmebestätigung und die Erklärung zu „Unternehmen in Schwierigkeiten“.
- Von der Antragstellung bis zur Entscheidungsreife (vollständige Unterlagen) vergehen in der Regel zwei Monate. Das Projekt muss innerhalb des Bewilligungszeitraums (längstens 24 Monate) vollständig durchgeführt werden. Den ersten Unterrichtstag danach legen, nicht davor.
Auswahl: Referat S4, Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Bewilligung: Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS). Im Konzept begründen, warum das Haus das Projekt nicht aus eigener Kraft durchführen kann. Keine Zuwendung an ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“. Die Beihilfe-Anmeldung (AGVO) nimmt die auswählende Stelle vor.
Wer was tut
granaria.ac — externer Dienstleister, nicht Antragsteller. Curriculum und live durchgeführter Unterricht (Präsenz, Inhouse oder interaktiv online). Kompetenznachweis und qualifizierte Teilnahmebescheinigung. UE-Gliederung für das Unternehmenskonzept. Kontakt: Dr. Jo, jo@va.gmbh.
granaria ist auf der Amtsseite nicht als akkreditierter ESF-Partner ausgewiesen. Diese Seite nennt keine Preise.
Das Unternehmen — Antragsteller und Zuwendungsempfänger. Voranfrage und Antrag, Vergabe, 50 % Eigenmittel, Gesamtfinanzierung. Begründung der Notwendigkeit. Teilnehmenden-Daten und Monitoring. Publizität (EU-Hinweis; mindestens ein A3-Plakat oder gleichwertige Anzeige). Auswahl der eigenen Beschäftigten mit Arbeitsort Bayern, mindestens fünf zum Start.
Fünf Fragen, bevor Sie starten
- Sind wir eine juristische Person mit Sitz und/oder Arbeitsstätte in Bayern — und wollen wir mindestens fünf eigene Beschäftigte mit Arbeitsort Bayern zum Projektstart qualifizieren?
- Können wir 50 % der externen Schulungskosten als Eigenmittel tragen, und ist das Vorhaben nicht aus Programmen von Bund oder Bundesagentur finanzierbar?
- Sind mindestens 20 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten live geplant — nicht nur Selbstlernkarten, und nicht der Pflichtkern allein?
- Können wir begründen, warum wir die Qualifizierung nicht aus eigener Kraft durchführen, und sind wir kein „Unternehmen in Schwierigkeiten“?
- Liegt der erste Unterrichtstag nach Annahme der Voranfrage und nach dem in der Regel zweimonatigen Antragsverfahren?
Fünfmal ja: eine Voranfrage ist der nächste sinnvolle Schritt. Ob bewilligt wird, entscheidet der Freistaat.
Amtsquellen
- Förderaktion 1.3: esf.bayern.de · Aktion 1.3
- Förderhinweise (01.02.2025–31.12.2027): PDF Förderhinweise
- Muster Voranfrage: PDF Aufbau einer Voranfrage
- Hilfe zur Antragstellung: PDF Antragshilfe
- Portal: Antrag · ESF Bavaria 2021
- Fachfragen: esf@stmas.bayern.de
Auf der Amtsseite und in den Förderhinweisen ist kein AZAV- und kein 120-Stunden-Erfordernis genannt.
Orientierung für die interne Weiterleitung — keine Rechtsberatung, kein Angebot mit zugesicherter Bewilligung. Mittel und Bewilligung liegen beim Freistaat Bayern bzw. bei der ESF-Verwaltungsbehörde. Antragsteller ist das Unternehmen. Förderung ohne Rechtsanspruch, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
