The Bitcoin Suite Murders – 1

# Kapitel 1: Leiche in Suite 412

Das Hotel Post thronte seit siebenundachtzig Jahren an der Ecke Fifth und Morrison und jede Stunde davon hatte sich wie ein Spinnfaden über seine vergoldeten, patinaüberzogenen Holzbalken gewebt – gnadenlose Zeichen der Zeit. Detective Resa Rational hasste den Ort – nicht weil er alt war, sondern weil er vorgab, es nicht zu sein. Der Kronleuchter der Lobby hing voller Kristalle, die ihren Glanz verloren hatten und ein gebrochenes Licht auf den Marmorboden warfen, der in besseren Zeiten hellbeige gewesen war. Die Hotelpagen trugen Uniformen, die nicht ganz passten, und die Luft roch ständig nach industriellem Teppichreiniger und vergessenen Ambitionen.

Es war genau jener Schauplatz, an dem der Ärger inkognito eincheckte, mit Cash für die Minibar zahlte und im Schatten der Anonymität verschwand.

Resa schob sich um 6:47 Uhr durch die Drehtür, der Kaffee dampfte im Pappbecher, die Dienstmarke blitzte am Bund ihrer Hose, die mehr Blutspritzer als die der meisten Kollegen abbekommen hatte. Mit zweiundvierzig Jahren trug sie ihr dunkles Haar kurz und praktisch, ihre Augen – der Blick scharf wie eine Messerklinge – durchbohrten Lügen mit der Präzision eines Chirurgen. Ihr Credo: in jedem Raum die Schlaueste zu sein, wo es alle Anderen notgedrungen nur versuchten.

„Detective Rational?“ Ein nervöser Mann im Manageranzug tauchte hinter der Rezeption auf. Sein Namensschild identifizierte ihn als Philip Chen und seine Hände waren so fest gefaltet, dass seine Knöchel weiß schienen. „Gott sei Dank, dass Sie hier sind. Es ist – es ist ein Albtraum. Die Presse hat noch nicht Wind bekommen, aber es ist nur eine Frage der Zeit. Suite 412.“

„Leiche?“, telegrammstilte Resa. Es war keine Frage. Sie sprach kurz und abgehackt, so wie es in der Zentrale üblich war, wenn man jemanden ein Problem anvertraute, der sich damit befassen konnte.

„Ja. Mr. Henderson. Oder das ist der Name, unter dem er eingecheckt hat. Kaution in bar, drei Nächte. Die Zimmermädchen haben ihn heute Morgen gefunden, als er nicht auf das Bitte-nicht-stören-Schild reagierte.“

„Zeitpunkt des Todes?“

„Ich – ich weiß es nicht. Ich bin kein –“

„Genau! Gerichtsmediziner unterwegs?“

„Ja, Detective.“

Resa fuhr mit dem Aufzug in den vierten Stock und bemerkte die in der Ecke montierte Überwachungskamera – ein Relikt, das entweder blind oder bloße Attrappe war. Für echte Augen im Dunkel war die Post zu geizig. Der Flurteppich wies Muster auf, die Flecken wie alte Sünden verschluckten, und das seit der Reagan-Ära. Vor dem Zimmer 412 stand ein uniformierter Beamter, jung und blassgrün im Gesicht.

„Detective“, sagte er und richtete sich auf. „Officer Mendez. Ich habe den Tatort gesichert, aber… es ist seltsam da drin.“

„Seltsam wie?“

„Du wirst sehen.“

In der Suite hing der Geruch nach teurem Eau de Cologne, vermengt mit dem beißenden Hauch von Schießpulver und dem süßlichen Unterton frischen Kupfers. Der Leichnam lehnte am Kopfteil des Kingsize-Betts, als warte er noch immer auf einen Gast – ein Mann Mitte vierzig, kantiges Kinn, Haarschnitt teurer als Resas Monatsmiete für das Auto. Drei dunkle Löcher durchbohrten seine Brust in einem präzisen Dreieck: Profiarbeit, Nahdistanz.

Aber es war der Laptop, der ihre Aufmerksamkeit erregte.

Es stand offen auf dem Schreibtisch auf der anderen Seite des Zimmers, der Bildschirm war dunkel, aber das Stromlämpchen pulsierte. Darum herum, mit Bedacht angeordnet, befanden sich drei Smartphones, zwei Tablets und etwas, das wie eine spezielle Hardware-Wallet aussah – die Art, die seriöse Kryptotrader verwenden, in Form eines kleinen USB-Laufwerks mit einem winzigen digitalen Display.

„Gerichtsmediziner?“, bot Mendez an.

„Sieht so aus“, sagte Resa und schlüpfte in ihre Handschuhe. Sie umrundete die Blutspritzer, die den beigen Teppich wie ein abstraktes Gemälde eines wahnsinniggewordenen Jackson Pollock verzierten. Der Laptop forderte ein Passwort.

„Geldbörse, Telefon, Ausweis bei ihm?“

„Nichts. Keine Brieftasche, kein Ausweis im Zimmer. Der Name, unter dem er eingecheckt hat – Henderson –, stimmt nicht mit den am Schalter hinterlassenen Kreditkarten überein. Er hat das Zimmer und die Kaution bar bezahlt.“

“Komfortabel.”

Sie beugte sich zur Wallet vor, kniff die Augen zusammen. Es wurde eine einzelne Textzeile angezeigt: „51.284 BTC.“ Resa stieß einen leisen Pfiff aus. Einundfünfzigtausend Bitcoin. Bei den aktuellen Marktpreisen war das … sie rechnete im Kopf nach. Ungefähr zwei Komma eine Milliarde Dollar.

„Okay“, sagte sie – hauptsächlich zu sich selbst. „Das ist ein ziemlich gutes Motiv.“

Der Gerichtsmediziner traf ein – Dr. Sarah Yates, mit der Resa sechs Jahre lang zusammengearbeitet hatte und die nie erbleichte. Sarah warf einen Blick in den Raum und hob eine Augenbraue.

„Dreifach ins Herz“, konstatierte sie. „Hinrichtung mit Würde – er durfte sitzen bleiben. Keine Abwehrspuren: Er kannte den Täter oder wurde im Schlaf überrascht. Todeszeit: Mitternacht bis zwei Uhr, grob geschätzt.“

„Danke, Sarah.“

“Detective?” Philip Chen stand in der Tür und sah aus, als ob ihm schlecht wäre. „Das, äh, das Restaurant unten fragt, ob es für den Frühstücksservice öffnen soll. Normalerweise sind wir um sieben ausgebucht, aber überall ist Polizei …“

Resa seufzte. „Geben Sie mir zwei Stunden. Wir müssen alles dokumentieren. Und Herr Chen? Ich brauche eine Liste aller aktuell eingecheckten Gäste. Insbesondere alle, die in der letzten Woche angekommen sind.“

„Das sind eine Menge Leute. Wir sind zu achtzig Prozent ausgelastet.“

„Dann sollten Sie besser mit dem Drucken beginnen.“

Zurück im Zimmer wirbelten Resas Gedanken wie Akten in einem Sturm: Drei Aktenordner-Optionen. Erstens: Raub, der entgleiste. Doch die Wallet war unberührt – Unwissenheit, Zeitmangel oder Desinteresse am Schatz? Zweitens: Auftragsmord, die Tech als stille Mahnung. Drittens: Verrat im Untergrund, ein Deal, der in Kugeln endete.

Angesichts der Menge an Kryptowährung, um die es geht, setzte Resa auf Option drei.

Ihr Telefon summte. Sie warf einen Blick darauf – eine SMS von ihrem Partner, Detective Mike Garza.

*Auf meinem Weg. Ich habe gehört, dass es chaotisch ist.*

Resa tippte zurück: *Nicht chaotisch. Sauber. Was noch schlimmer ist.*

Sie ging zum Fenster und blickte auf den Innenhof des Hotels, wo die Sitzgelegenheiten auf der Terrasse des Restaurants um einen Brunnen herum angeordnet waren, der seit einem Jahrzehnt nicht mehr funktionierte. Von hier oben konnte sie durch große Fenster in die Küche blicken und den weiß gekleideten Köchen dabei zusehen, wie sie sich mit geübter Effizienz bewegten. Das Hotel Post mag zwar verschwinden, aber sein Restaurant – The Copper Kettle – hatte immer noch einen guten Ruf. Die Leute kamen wegen des Essens, auch wenn sie nicht wegen der Zimmer blieben.

Eine Gestalt fiel ihr ins Auge: ein Koch mit einem größeren Hut als die anderen, seine Bewegungen langsamer, bedächtiger. Er kochte nicht. Er schaute zu. Selbst aus dem vierten Stockwerk konnte Resa spüren, wie seine Augen den Hof, die Fenster und die Ausgänge absuchten. Sein Blick schweifte nach oben und für einen Moment trafen sich ihre Blicke. Er schaute nicht weg. Er drehte sich um, tauchte in die Küchentiefe wie ein Schatten ins Dunkel.

Resa machte sich im Kopf eine Notiz. Laut dem Personalverzeichnis hatte Chefkoch Andy Melone Chen rufen lassen. Zwanzig Jahre bei der Post. Nie verheiratet. Keine Vorstrafen. Hat seine Steuern immer pünktlich bezahlt. Und jetzt, um sieben Uhr morgens, stand er in seiner Küche und blickte auf den Tatort eines Mordes, anstatt Hollandaise zu machen.

“Interessant”, dachte sie.

Zwanzig Minuten später traf Mike Garza ein, mit Kaffee, der nicht aus dem Hotel stammte, und einem Bagel aus dem Laden drei Blocks weiter, wo man seine Bestellungen auswendig kannte. Mike war das Gegenteil von Resa – wo sie scharf sprach und direkte Fragen mochte, war Mike für angenehmes Plaudern und die Art von Lächeln verantwortlich, die Zeugen vergessen ließ, dass sie mit einem Polizisten redeten. Sie waren seit vier Jahren Partner, und er konnte ihren Vornamen immer noch nicht richtig aussprechen, was ihn mehr störte als sie selbst.

„Also“, sagte er und reichte ihr den Kaffee. „Krypto?“

„Sieht so aus. Einundfünfzigtausend Bitcoin auf einem Hardware-Wallet. Das ist genug, um es lohnenswert zu machen, so ziemlich jeden zu töten.“

„Henderson?“

„Nicht echt. Barzahlung, kein Ausweis. Seine Fingerabdrücke verraten uns vielleicht etwas, wenn wir sie zurückbekommen, aber ich gehe davon aus, dass es sich um ein Pseudonym handelt. Die eigentliche Frage ist, warum die Wallet noch hier ist.“

Mike umkreiste das Bett und betrachtete den Körper aus verschiedenen Blickwinkeln. „Vielleicht hatte der Mörder keine Zeit, sie zu ergreifen. Oder er wusste nicht, was es war.“

„Drei Schüsse, ruhig, nah. Kein Hasten. Sie wollten etwas statuieren – zur Mahnung oder als Köder.“

„Es handelt sich also nicht um einen Raub.“

„Es ist etwas anderes. Vielleicht eine Botschaft. Oder der Beginn von etwas Größerem.“ Resa nippte an ihrem Kaffee und richtete ihren Blick wieder auf das Laptop-Setup. „Wir müssen in seinen Computer eindringen. Und ich möchte wissen, wer sich sonst noch in dieser Etage aufhält. Und in den Etagen darüber und darunter.“

„Glaubst du, sie sind noch hier?“

„Ich denke, wenn man zwei Milliarden Dollar an gestohlener Kryptowährung hat, lässt man sie nicht einfach in der Hardware-Wallet eines toten Mannes liegen und geht weg. Man bleibt hier und beobachtet, wer am Tatort vorbeischaut.“

Mike nickte und holte sein Notizbuch heraus. „Ich werde mit den Befragungen starten. Möchten Sie mit dem Personal sprechen?“

„Angefangen beim Koch. Andy Melone. Er beäugte diese Suite, als ob sie ihm Geld schulden würde.“

„Warum sollte sich ein Koch um einen toten Krypto-Typen kümmern?“

„Gute Frage. Lass es uns herausfinden.“

Unten brodelte ‘The Copper Kettle’: die Küche ein Hexenkessel aus Hitze, Geschrei und Dampf. Resa liebte das – der Stress enthüllt Masken, Bündnisse, Schwächen, wenn Bestellungen wie Lawinen einprasseln. Sie stürmte durch die Doppeltür in diesen Höllenkreis.

Drei Stationen summten, doch Melone ragte heraus: Am Expeditor, die Stimme leise aber präzise wie ein Skalpell, das durchs Chaos schnitt. Ende vierzig, Körper eines Verkosters – schlank, doch gezeichnet von Flammen und Klingen. Hände wie alte Handschuhe, narbig und sicher.

„Chefkoch Melone?“ Resa hielt ihren Ausweis hoch. „Detective Rational. Ich brauche einen Moment.“

Er wirkte nicht überrascht, sie zu sehen. Sah auch nicht nervös aus. Er nickte lediglich seiner Sous-Chefin zu – einer Frau mit feuerroten Haaren und tätowierten Armen – und trat von der Schlange zurück, wobei er sich die Hände an der Schürze abwischte.

„Wir können in meinem Büro reden“, sagte er. Seine Stimme hatte einen leichten Akzent, etwas Europäisches, das durch jahrelange Arbeit in amerikanischen Küchen abgeschliffen worden war. „Obwohl ich nicht weiß, wie ich Ihnen bei dem Vorfall oben helfen kann.“

„Sie wissen, dass etwas passiert ist?“

Er führte sie in ein kleines Büro neben der Hauptküche, kaum größer als ein begehbarer Kleiderschrank. Ein Schreibtisch, zwei Stühle, Wände voller Speisekarten und Dienstpläne. Er schloss die Tür, und plötzlich war der Küchenlärm nur noch ein gedämpftes Rauschen.

„Reinigungspersonal kreischte“, gestand er schlicht. „Und ich sah Sie am Fenster. Suite blickt auf den Hof. Ich koche, Detective: Details sind mein Sauerstoff. Wie bei Fisch, der in drei Minuten kippt, oder Soße, die gerinnt wie eine Lüge.“

Resa setzte sich auf den Stuhl, den er ihr angeboten hatte, und musterte ihn. „Kennen Sie einen Mann, der unter dem Namen Henderson eingecheckt hat? Suite 412.“

„Ich bin Koch. Ich schaue nicht in Gästebücher.“

„Aber er ist Ihnen aufgefallen.“

Ein Ausdruck huschte über sein Gesicht. „Er war vor zwei Nächten im Restaurant essen. Hat die Ente bestellt und sie zurückgehen lassen. Angeblich war sie nicht durchgebraten. War sie aber doch. Er wollte sich nur beschweren.“

„Wie sah er aus?“

„Groß. Blond. Ein Anzug, der mehr kostete als mein Auto. So ein Typ, der glaubt, Geld mache ihn interessant.“ Andys Stimme war emotionslos und professionell. „Ist das derjenige, der tot ist?“

„Wann haben Sie ihn zuletzt gesehen?“

„Gestern Abend. Gegen neun. Er kam auf einen Drink an die Bar. Ich war mit der Essensausgabe beschäftigt. Er saß allein, telefonierte und verschwand nach einem Cocktail.“

Resa beugte sich vor. „Chef, ich frage Sie direkt. Kennen Sie sich mit Kryptowährungen aus?“

Andy Melones Gesichtsausdruck verriet nichts. „Ich habe von Bitcoin gehört. Wer nicht?“

„Besitzen Sie welche?“

Zucken – Augenbraue, Pause wie ein Riss im Eis. „Nein. Altersvorsorge, Sparkonto mit einem Prozent. Ich bin Koch, Detective, ein einfacher Mann, Detective.“

„Einfache Männer starren normalerweise nicht auf die Fenster von Tatorten.“

„Einfache Männer haben schon Leichen gesehen. Ich war Sanitäter in Bosnien, bevor ich Koch wurde. Ich weiß, wie der Tod aussieht.“

Resa merkte sich das. „In Suite 412 sind ein paar Leute. Leute, die vielleicht nach etwas Wertvollem suchen. Wenn Sie etwas wissen – wenn Sie etwas gehört haben –, dann sagen Sie es mir jetzt.“

Andy stand auf und signalisierte damit, dass das Gespräch beendet war. „Ich koche, Detective. Das ist alles, was ich mache. Aber wenn mir etwas Verdächtiges auffällt, rufe ich Sie an.“

Sie ließ sich von ihm hinausbegleiten und sah ihm nach, wie er in seine Küche zurückkehrte, wie ein Dirigent zu seinem Orchester. Doch als die Türen ins Schloss fielen, sah sie, wie er in seine Tasche griff und etwas berührte – etwas Kleines, Rechteckiges, wie ein Handy? Oder der Schlüssel zu etwas Dunklerem?

Oben angekommen, hatte Mike seine erste Erkundungstour beendet. „Der vierte Stock ist größtenteils leer“, berichtete er. „Geschäftsreisende, ein Paar an ihrem Jahrestag, eine Familie, die aussieht, als würden sie hier wohnen, während ihr Haus renoviert wird. Nichts Auffälliges. Aber da ist etwas, das du sehen solltest.“

Er führte sie zum Treppenhaus am Ende des Flurs. In die Betonwand hatte jemand ein kleines Symbol geritzt – einen Kreis mit drei Strichen hindurch, wie eine vereinfachte Version des Bitcoin-Logos.

„Frisch“, sagte Mike. „Bestimmt in den letzten zwölf Stunden gemacht.“

Resa fotografierte es mit ihrem Handy. „Unser toter Freund war das Symbol. Jemand will den anderen eine Botschaft senden.“

„Was für eine Bande lässt zwei Milliarden Dollar einfach liegen?“

„Die, die glaubt, sie könnten sie sich jederzeit zurückholen“, sagte Resa. „Weil sie wissen, wo sie sind.“

Sie dachte an Chefkoch Andy Melone, der in seiner Küche stand und ein Geheimnis in seiner Tasche berührte. Der einfache Mann mit der Vergangenheit als Sanitäter im Krieg und den Augen, die schon viele Leichen gesehen hatten.

Der einfache Mann, der über etwas log.

„Mike, ich brauche deine Hilfe. Prüf die Finanzen aller, die hier arbeiten. Angefangen bei Andy Melone. Und besorg einen Durchsuchungsbefehl für seine Telefonaufzeichnungen. Sag ihm bloß nicht, dass wir nachforschen.“

„Glaubst du, er ist verwickelt?“

„Ich denke, er steckt mittendrin“, sagte Resa. „Ich weiß nur noch nicht, auf welcher Seite er steht.“

Die Morgensonne fiel durch die Fenster von Suite 412 und ließ Staubpartikel in der Luft tanzen. Der Tote auf dem Bett wirkte im Licht wächsern, eher wie eine Requisite als ein Mensch. Aber das Laptop, die Handys, das Hardware-Wallet – sie waren echt, solide und irgendwer lauerte darauf.

Zwei Milliarden Dollar in gestohlenen Bitcoins.

Ein Toter mit falschem Namen.

Ein Koch, der zu viel wusste und zu wenig preisgab.

Und irgendwo im Hotel lauerten die, die für dieses Vermögen gemordet hatten, darauf, wer es abholen würde.

Resa zog sich ein frisches Paar Handschuhe an. „Wir müssen alles nach Fingerabdrücken absuchen. Ich will wissen, wer sonst noch in diesem Zimmer war. Und Mike? Schickt eine Überwachungskamera in die Küche. Ich will Chefkoch Melone rund um die Uhr im Auge behalten.“

„Glaubst du, er ist in Gefahr?“

„Ich glaube, er ist der Schlüssel“, sagte Resa. „Und ich glaube, er weiß es.“

Sie warf einen letzten Blick auf das Hardware-Wallet, dessen winziger Bildschirm immer noch dieses Unmögliche anzeigte. Immer noch prangte diese unglaubliche Zahl auf dem Display: 51.000 Bitcoin. Genug, um Jeden zum Mörder zu machen. Genug, um einen einfachen Koch in ein wahrlich kompliziertes Geschäft zu verwickeln.

Das Hotel Post hütete seine Geheimnisse hinter vergoldeten, brüchig gewordenen Tapeten und tief in seinem knarrenden Gebälk. Resa Rational war eine Meisterin darin, hinter Geheimnisse zu kommen. Das war auch schon die einzige Gemeinsamkeit zwischen ihr und dem Gebäude.

# Chapter 1: Body in Suite 412

The Hotel Post had stood on the corner of Fifth and Morrison for eighty-seven years, and it showed every one of them in its gilded but tarnished bones. Detective Resa Rational hated the place—not because it was old, but because it pretended not to be. The lobby chandelier dripped with crystals that had lost their shine, casting fractured light across marble floors that had been beige in better days. The bellhops wore uniforms that didn't quite fit, and the air always smelled of industrial carpet cleaner and forgotten ambitions.

It was precisely the kind of place where trouble checked in under an assumed name and paid cash for the minibar.

Resa pushed through the revolving door at 6:47 AM, her coffee still hot in its paper cup, her badge clipped to the waistband of trousers that had seen more crime scenes than most rookie cops. Forty-two years old, with dark hair she kept short for practicality and eyes that had learned to see through lies, Resa had made a career of being the smartest person in rooms where everyone else was trying to be the cleverest.

"Detective Rational?" A nervous man in a manager's suit materialized from behind the front desk. His name tag identified him as Philip Chen, and his hands were clasped so tightly his knuckles were white. "Thank god you're here. It's—it's a nightmare. The press hasn't gotten wind yet, but it's only a matter of time. Suite 412."

"Dead body," Resa said. It wasn't a question. The call had been brief, clipped, the way dispatch got when they wanted to dump a problem on someone who could handle it.

"Yes. Mr. Henderson. Or that's the name he checked in under. Cash deposit, three nights. Housekeeping found him this morning when he didn't respond to the do-not-disturb sign."

"Time of death?"

"I—I don't know. I'm not a—"

"Right. Medical examiner on the way?"

"Yes, Detective."

Resa took the elevator to the fourth floor, noting the security camera mounted in the corner—fake, probably, or broken. The Post was too cheap for real surveillance. The hallway carpet had a pattern designed to hide stains, which meant it had been hiding them since the Reagan administration. She found the uniformed officer standing guard outside 412, looking young and slightly green.

"Detective," he said, straightening. "Officer Mendez. I've secured the scene, but... it's weird in there."

"Weird how?"

"You'll see."

The suite smelled of expensive cologne, gunpowder, and something copper-sweet underneath it all. The body lay on the king-sized bed, propped up against the headboard like he'd been sitting there waiting for someone. He was mid-forties, maybe, with a square jaw and a haircut that cost more than Resa's monthly car payment. Three dark holes punctured his chest in a tight triangle pattern. Professional work. Close range.

But it was the laptop that caught her attention.

It sat open on the desk across the room, its screen dark but the power light pulsing. Around it, arranged with deliberate care, were three smartphones, two tablets, and what looked like a specialized hardware wallet—the kind serious cryptocurrency people used, shaped like a small USB drive with a tiny digital display.

"Tech guy," Mendez offered.

"Looks like it," Resa said, pulling on gloves. She approached the desk without stepping in the blood spatter that had painted a Jackson Pollock across the beige carpet. The laptop was password protected, but she'd dealt with that before. "Wallet, phone, any ID on him?"

"Nothing. No wallet, no identification in the room. The name he checked in under—Henderson—doesn't match any credit cards left at the desk. He paid cash for the room and the security deposit."

"Convenient."

She leaned closer to the hardware wallet, squinting at the small screen. It displayed a single line of text: "51,284 BTC."

Resa let out a low whistle. Fifty-one thousand Bitcoin. At current market prices, that was... she did the math in her head. Roughly two point one billion dollars.

"Okay," she said, mostly to herself. "That's a pretty good motive."

The medical examiner arrived—Dr. Sarah Yates, who Resa had worked with for six years and who never blanched at anything. Sarah took one look at the room and raised an eyebrow.

"Triple tap to the chest," she said. "Professional. Execution style, but they let him keep his dignity. No defensive wounds, which suggests he knew his killer or was caught completely off-guard. No sign of forced entry. Time of death, I'd put between midnight and 2 AM based on lividity."

"Thanks, Sarah."

"Detective?" Philip Chen hovered in the doorway, looking like he might be sick. "The, uh, the restaurant downstairs is asking if they should open for breakfast service. Normally we're fully booked by seven, but with police everywhere..."

Resa sighed. "Give me two hours. We need to document everything. And Mr. Chen? I need a list of every guest currently checked in. Especially anyone who arrived in the last week."

"That—that's a lot of people. We're at eighty percent occupancy."

"Then you'd better start printing."

She turned back to the room, her mind already working through the angles. Three possibilities presented themselves, neat as filing cabinets. First: robbery gone wrong. But the killer hadn't taken the hardware wallet, which meant either they didn't know what it was, didn't have time, or hadn't come for the money at all. Second: a hit. Professional kill, leaving the tech behind deliberately. A message. Third: something messier. A deal gone bad, betrayal among thieves.

Given the amount of cryptocurrency involved, Resa was betting on option three.

Her phone buzzed. She glanced at it—a text from her partner, Detective Mike Garza.

*On my way. Heard it's a messy one.*

Resa typed back: *Not messy. Clean. Which is worse.*

She walked to the window, looking down at the hotel's interior courtyard where the restaurant's patio seating was arranged around a fountain that hadn't worked in a decade. From up here, she could see into the kitchen through large windows, watching white-jacketed cooks move with practiced efficiency. The Hotel Post might be fading, but its restaurant—The Copper Kettle—still had a reputation. People came for the food even if they didn't stay for the rooms.

One figure caught her eye: a chef in a taller hat than the others, his movements slower, more deliberate. He wasn't cooking. He was watching. Even from four stories up, Resa could feel his eyes scanning the courtyard, the windows, the exits. His gaze swept upward, and for a moment, their eyes met. He didn't look away. He simply turned and walked deeper into the kitchen, disappearing from view.

Resa made a mental note. Chef Andy Melone, according to the staff directory she'd had Chen pull up. Twenty years at the Post. Never married. No criminal record. Paid his taxes on time. And right now, at seven in the morning, he was standing in his kitchen looking up at a murder scene instead of making hollandaise.

Interesting.

Mike Garza arrived twenty minutes later, bearing coffee that wasn't from the hotel and a bagel that had probably come from the place three blocks over that knew his order by heart. Mike was Resa's opposite—where she was sharp angles and direct questions, Mike was comfortable pauses and the kind of smile that made witnesses forget they were talking to a cop. They'd been partners for four years, and he still couldn't pronounce her first name correctly, which she pretended to mind more than she did.

"So," he said, handing her the coffee. "Crypto?"

"Looks like. Fifty-one thousand Bitcoin on a hardware wallet. That's enough to make it worth killing pretty much anyone."

"You run the name Henderson?"

"Not real. Cash payment, no ID. His prints might tell us something when we get them back, but my money's on this being an alias. The real question is why the wallet's still here."

Mike circled the bed, studying the body from different angles. "Maybe the killer didn't have time to grab it. Or didn't know what it was."

"Three taps to the chest, close range, no defensive wounds. Whoever did this was calm, professional, and had time to do it right. They chose to leave it."

"So it's not a robbery."

"It's something else. A message, maybe. Or the start of something bigger." Resa sipped her coffee, her eyes returning to the laptop setup. "We need to get into his computer. And I want to know who else is staying on this floor. And the floors above and below."

"You think they're still here?"

"I think when you have two billion dollars in stolen cryptocurrency, you don't just leave it in a dead man's hardware wallet and walk away. You stick around to see who comes looking."

Mike nodded, pulling out his notebook. "I'll start canvassing. You want to talk to the staff?"

"Starting with the chef. Andy Melone. He was eyeing this suite like it owed him money."

"Why would a chef care about a dead crypto guy?"

"Good question. Let's find out."

Downstairs, the Copper Kettle was in full breakfast service, which meant the kitchen would be hectic, loud, and hot. Resa preferred it that way. People revealed themselves under pressure—their tells, their alliances, who they trusted when the tickets started piling up. She pushed through the double doors into a wall of heat and noise.

Three line cooks worked the station, but Chef Melone was easy to spot. He stood at the expediter's station, calling out orders in a voice that was quiet but somehow cut through the chaos. He was in his late forties, with the build of a man who tasted more than he ate and the hands of someone who'd spent decades around sharp knives and open flames.

"Chef Melone?" Resa held up her badge. "Detective Rational. I need a moment."

He didn't look surprised to see her. Didn't look nervous either. He simply nodded to his sous chef—a woman with fire-red hair and sleeves of tattoos—and stepped away from the line, wiping his hands on his apron.

"We can talk in my office," he said. His voice had the slightest accent, something European that had been sanded down by years in American kitchens. "Though I don't know how I can help with whatever happened upstairs."

"You know something happened?"

He led her to a small office off the main kitchen, barely bigger than a walk-in closet. A desk, two chairs, walls covered in menus and staff schedules. He closed the door, and suddenly the kitchen noise was just a muffled heartbeat.

"I heard housekeeping screaming," he said simply. "And I saw you looking down from the window. That suite has a view of the courtyard. You were standing where the body would be. I'm a chef, Detective. I notice details. It's how I know when fish is three minutes from going bad or when a sauce is about to break."

Resa sat in the chair he offered, studying him. "Do you know a man who checked in under the name Henderson? Suite 412."

"I'm a chef. I don't look at guest registries."

"But you noticed him."

A flicker of something crossed his face. "He had dinner in the restaurant two nights ago. Ordered the duck, sent it back. Said it was undercooked. It wasn't. He just wanted to complain."

"What did he look like?"

"Tall. Blond. A suit that cost more than my car. The kind of man who thinks money makes him interesting." Andy's voice was flat, professional. "Is that who died?"

"When did you last see him?"

"Last night. Around nine. He came down for a drink at the bar. I was expediting. He sat alone, made a phone call, left after one cocktail."

Resa leaned forward. "Chef, I'm going to ask you something directly. Are you familiar with cryptocurrency?"

Andy Melone's face betrayed nothing. "I've heard of Bitcoin. Who hasn't?"

"Do you own any?"

That got a reaction—a slight tightening around his eyes, the barest pause before he answered. "No. I have a 401k and a savings account that earns one percent interest. I'm a simple man, Detective."

"Simple men don't usually stare at murder scene windows."

"Simple men have seen dead bodies before. I was a combat medic in Bosnia before I was a chef. I know what death looks like."

Resa filed that away. "There are some people in Suite 412's room. People who may be looking for something valuable. If you know anything—if you've heard anything—I need you to tell me now."

Andy stood, signaling the conversation was over. "I cook food, Detective. That's all I do. But if I see anything suspicious, I'll be sure to call you."

She let him walk her out, watching as he returned to his kitchen like a conductor stepping back to his orchestra. But as the doors swung shut, she saw him reach into his pocket and touch something there—something small and rectangular, like a phone, but not quite.

Back upstairs, Mike had finished the initial canvass. "Fourth floor's mostly clear," he reported. "Business travelers, a couple on their anniversary, one family who looks like they're living here while their house gets renovated. Nothing obvious. But there's something you should see."

He led her to the stairwell at the end of the hall. On the concrete wall, someone had carved a small symbol—a circle with three lines through it, like a simplified version of the Bitcoin logo.

"Fresh," Mike said. "Done in the last twelve hours, I'd guess."

Resa photographed it with her phone. "Our dead friend was a marker. Someone's sending a message to the rest of the gang."

"What kind of gang leaves two billion dollars behind?"

"The kind that thinks they can get it back anytime they want," Resa said. "Because they know where it is."

She thought of Chef Andy Melone, standing in his kitchen, touching something in his pocket. The simple man with the combat medic past and the eyes that had seen dead bodies before.

The simple man who was lying about something.

"Mike, I need you to pull financials on everyone who works here. Starting with Andy Melone. And get a warrant for his phone records. Don't let him know we're looking."

"You think he's involved?"

"I think he's in the middle of it," Resa said. "I just don't know which side he's on yet."

The morning sun cut through the windows of Suite 412, illuminating dust motes dancing in the air. The dead man on the bed seemed less substantial in the light, more like a prop than a person. But the laptop, the phones, the hardware wallet—they looked real and solid and dangerous.

Two billion dollars in stolen Bitcoin.

A dead man with a fake name.

A chef who knew too much and shared too little.

And somewhere in the hotel, the people who had killed for that fortune, waiting to see who would come to claim it.

Resa pulled on a fresh pair of gloves. "Let's dust everything for prints. I want to know who else has been in this room. And Mike? Put a detail on the kitchen. I want eyes on Chef Melone twenty-four seven."

"You think he's in danger?"

"I think he's the key," Resa said. "And I think he knows it."

She took one last look at the hardware wallet, its tiny screen still displaying that impossible number. Fifty-one thousand Bitcoin. Enough to turn anyone into a killer. Enough to make a simple chef very complicated indeed.

The Hotel Post kept its secrets behind gilded wallpaper and in the marrow of its creaking bones. Resa Rational was very good at extracting secrets. It was the one thing she and the building had in common.

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